Vereinhistorie

In Speicher war es 1913 wie überall schwer Leute zu gewinnen, die Sport treiben wollten. Es waren echte Pioniere, die alles taten um ihre geliebten Fußball spielen zu können. Sie fanden sich zusammen und ihre Begeisterung ersetzte vieles. Die größte Schwierigkeit damals lag darin, dass die breite Masse der Bevölkerung dem Sport nichts abgewann, sondern sogar richtig ablehnend gegenüber stand.

 

Die eigentliche Zielsetzung des Sports, die kurz mit Menschenbildung auszudrücken ist, hat die Jugend von damals noch wenig interessiert, vielmehr ihr Fußballspiel, welches sich erst später zu einem System entwickelt hat.

 

Wie sich das Spiel in sich weiterentwickelt hat, so haben sich die tieferen Ziele des Sports auch später herausgebildet und formuliert. Wir erstreben eine harmonische Ausbildung von Körper und Geist. Der Körper muss stark, gewandt, widerstandsfähig und gesund sein. Die geistigen Eigenschaften müssen gepflegt werden, die individuellen Eigenschaften des Mutes, der Geistesgegenwart und die schnelle Anpassung an gegebene Situationen, aber auch die sozialen Eigenschaften der Kameradschaft, der Freundschaft und der Treue sowie die Einordnung in ein großes Ganzes und die Unterordnung unter eine Führung und unter ein Gesetz.

 

Der Glaube an die gute Sache hat den Pionieren um den Gründer des Vereins, Herrn Heinrich Wagner, recht gegeben und sie befolgten unbeirrbar trotz großer Schwierigkeiten ihr Ziel. Sie konnten nicht ahnen, dass durch ihr damaliges Beginnen mit der Grundstock zum heimischen Fußballsport gelegt war.

 

Im Sommer 1913 fanden sich Jugendliche zusammen und gründeten den Sportverein Speicher. Vorsitzender wurde der von Trier nach Speicher gezogene Heinrich Wagner. Bei Eintracht Trier 06 hatte er schon einige Erfahrungen gesammelt und war mit der Sportart vertraut. In einem Brief an den Verein vom 12.02.1961 schreibt er „Manchmal musste ich hören, der verrückte Rasierer hat uns noch gefehlt mit seinem Fußball“. Schriftführer wurde Peter Hoffmann. Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft Christoph Olk.

 

Die Platzfrage wurde dadurch erleichtert, dass der Viehmarktplatz vor dem Friedhof vorerst zur Verfügung stand. Es wurde auch auf einer Wiese hinter dem Friedhof gespielt. Die Ausrüstung musste jeder selbst beschaffen: ein weißes Trikot mit lila Brustring.

 

Die ersten Aktiven des Vereins waren: Heinrich Wagner, Peter Hoffmann, Franz Maus, Josef Becker, August Schmickerath, Matthias Loskill, Franz Drockenmüller, Johann Jacobs, Leonhardt Müller, Martin Hardt, Matthias Mohr, Wilhelm Loskill, Franz Willems und ein Franzose Namens Moritz, der bei der Familie Consdorf war.

 

Als erster Verein spielte Eintracht Trier 06 in Speicher. Wie nicht anders zu erwarten, ging das Spiel mit 7:0 Toren verloren. Zur Förderung des Fußballsports wurden vier Trierer Vereine eingeladen, die in Werbespielen die Bevölkerung mit der Sportart vertraut machen sollten. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 wurden nur Freundschaftsspiele ausgetragen. Leider kam das sportliche Geschehen durch den Krieg wieder zum Erliegen.

 

1919-1925

 

Die Jahre nach dem ersten Weltkrieg mit ihren Wirrnissen mancherlei Art und die zunehmende wirtschaftliche Not, in die das deutsche Volk durch den unglücklichen Ausgang des Krieges gedrängt worden war, belasteten die Menschen sehr, konnten jedoch den Willen, Sport zu treiben, nicht brechen. Unverdrossen ging man daran, den Sportverein wieder aufzubauen.

 

Männer wie Josef Becker, Franz Pitsch, Matthias Schneider, Nikolaus Becker, Fritz Mohr, Ed Neuerburg, Peter Schleich, Pedi Streit, Peter Schommer, Adam Hubert, Peter Willems, Johann Kasel, Josef Hoffmann, Gottfried Geiser, Matthias Weber, wechselweise fünf Männer, die beim RWE beschäftigt waren, u.a. zählten zu den ersten Aktiven nach dem 1. Weltkrieg. Wenn es auch nur zu Freundschaftsspielen kam, so war immerhin der zweite Anfang gemacht.

 

Aus dieser Zeit ist noch eine Mitgliedskarte erhalten, auf der folgendes zu lesen ist: „Der Zweck des Vereins ist die Heranbildung körperlich und geistig tüchtiger Männer, Förderung des Spiels und Sports, sowie die Pflege deutschen Volksbewusstseins und vaterländischer Gesinnung, frei von politischen Einflüssen.“ Im Wesentlichen waren damit die Ziele des Sports formuliert. Als Sportplatz dienten damals verschiedene Wiesen.

 

Im Jahre 1922 kam es in Speicher zur Gründung der DJK. Hier wurden keine Beiträge gezahlt, und langsam wanderte ein Teil der Spieler ab. Um überhaupt noch spielen zu können, wechselten alle Aktiven über und bildeten bald den Stamm der DJK dieselben Männer, nur unter anderer Flagge. Ihrem Fußballsport wollten sie nicht untreu werden und sich selbst auch nicht. Zu diesem Zeitpunkt wurde im Dreieck an der Beilinger Straße gespielt. Meisterschafts-, Pokal- und Freundschaftsspiele gegen Bitburg, Gerolstein, Zemmer, Binsfeld usw. wechselten einander ab. Die Spieler aus dieser Zeit sind: Willi Grün, Nikl. Hubo, Pedi Streit, Joh. Müller, Jose. Heckenbach, Matth. Becker, Fritz Mohr, Joh. Blesius, Matth. Schneider, Franz Pitsch, Matth. Weber, Matth. Thiel, Peter Willems, Heinrich Engemann, Rud. Becker, Jak. Gabler.

 

Ab diesem Zeitpunkt wurden laufend neue Klasseneinteilungen vorgenommen: A- Klasse, Gau- Klasse oder Klasse „Eifel“. Es kam jedoch zu einem geregelten Spielbetrieb, der nach den politischen Ereignissen 1933 wieder eine Neuregelung brachte.

 

Nochmaliger Anfang nach schwerer Zeit

 

Nach dem zweiten Weltkrieg waren die Schwierigkeiten gleich schwer wie nach 1918. Die französische Besatzungsbehörde machte Einwände und erließ Verordnungen mancher Art. Der Vereinsame „Sportverein“ musste geändert werden. Bezüglich der personellen Besetzung wurde ein strenger Maßstab angelegt. Werner Streit, Johannes Volkmann, Alois Kanzler, Matthias Schumacher, Johannes Blesius und Fritz Schumacher opferten manche Stunde, bis sie in Johann Peter Franzen einen alten Sportler gefunden hatten, der sich als Vorsitzender zur Verfügung stellte. Der Antrag zwecks Neugründung des Sportvereins konnte gestellt werden. Vorstellungen bei der französischen Militärregierung waren erforderlich. Zu diesen Schwierigkeiten kam hinzu, dass der Sportplatz durch Flakstellungen nicht mehr bespielbar war. Es zeugt von ausgezeichneter Kameradschaft, dass sich die Jugend restlos einsetzte und in mühevoller Arbeit den Sportplatz herrichtete. Nachdem die Genehmigung erteilt war und sich die Aktiven notdürftige Sportkleidung beschafft hatten, konnte der FC Speicher seinen Spielbetrieb aufnehmen.

 

1946

 

Im Frühjahr 1946 fand das erste Fußballspiel in Niederkail statt. Hier spielten: Kanzler, V. Conrad, Karren, F. Schumacher, W. Streit, Gerten, Volksmann, R. Willems, Blesius, N. Thiel, G. Mühlen und gewannen 2:1. Es folgten Freundschaftsspiele gegen Binsfeld, Zemmer, Welschbillig, Bitburg, Kyllburg u.a.

 

1946-1947

 

Die erste Meisterschaftsrunde wurde gestartet mit den Vereinen Bitburg, Kyllburg, Irrel, Fließem, Badem, Wolsfeld, Dudeldorf und Speicher. Wir spielten mit Mutsch, V.Conrad, Hill, Schumacher, Amuser, Gerten, H.Haas, K.Plein, Karen, Blesius, Klassen, Willems, G.Mühlen, E. Conrad, Speller, C.Klotz u.a.. Bitburg wurde Meister mit 26:2 Punkten. Speicher wurde Zweiter mit 18:10 Punkten. Der damalige Landrat Dr. Hammes stiftete einen Pokal.

Am 7.9.1947 fand das Endspiel in Neuerburg zwischen dem FC Bitburg und Speicher statt. Unsere Mannschaft mit Herrig, V.Conrad, Hill, H.Haas, M. Schlöder, Gerten. K.Plein, Blesius, Willems, Münnix und Klassen siegte in einem fairen Kampf 4:2 (3:1).

Von 1946 – 1953 waren die Spiele Bitburg-Speicher fußballerische Leckerbissen; 600-700 Zuschauer waren keine Seltenheit.

 

1950-1951

 

Die Bezirksklasse wurde aufgeteilt und hieß nun Klasse „Eifel“. Es spielten Birresborn, Daun, Bitburg, Hillesheim, Jünkerath, Osann, Kinderbeuren, Irrel, Oberweis, Stadtkyll und Speicher. Die Meisterschaft wurde erkämpft und in den nachfolgenden Aufstiegsspielen mit Woppenroth, Saarburg, Zeltingen, Kempfeld und uns. In der Aufstiegsrunde zur Landesliga galt Woppenroth als Favorit. Das erste Spiel in Woppenroth endete unentschieden, worauf Woppenroth seine Mannschaft zurück zog. Am 18.06.1951 war im Trierischen Volksfreund zu lesen: „Saarburg, Zeltingen und Speicher Landesliga“ Damit war das erreicht, was nicht in den kühnsten Träumen zu erwarten war. Die Landesliga war damals die dritthöchste Spielklasse der Bundesrepublik. Die Trainerarbeit des damals hier eingesetzten Otto Waldecker machte sich bemerkbar.

 

1951-1963

 

Nach einem Jahr Zugehörigkeit zur Landesliga wurde die in I. und II. Amateurliga aufgeteilt. Der Abstieg aus der II. Amateurliga konnte nicht vermieden werden.

 

In der Kreisklasse spielten wir mit wechselvollem Verlauf. Schafften öfters die Meisterschaft, sogar einmal wieder de Aufstieg.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums hatten wir wieder die Meisterschaft geschafft, scheiterten jedoch in den Aufstiegsspielen.

 

1963-1973

 

Ein Aufwärtstrend machte sich bemerkbar und so war es nicht verwunderlich, als wir 1965 den Meister der A- Klasse „Eifel“ und den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga, der wir seit diesem Zeitpunkt ununterbrochen angehören, schafften.

Nach den Trainern Bastian, Roth, Brech, Kleim und Schwierzke, alle ehemalige Spieler von Trier 05, hatten wir in diesem Jubiläumsjahr unter Spieltrainer Roepert die Möglichkeit, aus eigener Kraft den Aufstieg in die Rheinlandliga zu schaffe, nachdem uns bereits vor dem VFL Trier die Herbstmeisterschaft gelungen war.

Wir konnten nur hoffen, dass unsere Spieler um Roepert mit Anhuth, Paketuris H., Kreutz E., Dobkowitz, Müller A., Weyandt M., Weber G., Hallschmidt, Urbatzka, Weber P., Müllen M., Badry, Zirbes, Orth G. und Lattke soviel Kraft aufbrachten, sich selbst und dem Verein das schönste Geschenk zu präsentieren.

Am 22.10.1965 wurde an der gleichen Stelle der Sportplatz vollkommen nach den modernsten Gesichtspunkten seiner Bestimmung übergeben, nachdem vorher schon eine Trainingsbeleuchtung erstellt war.

 

1973-1978

 

Wir haben es geschafft. In zwei tollen Entscheidungsspielen gegen den VFL Trier in Bitburg, vor zirka „zehntausend“ Zuschauern, gewannen wir die Bezirksmeisterschaft und somit den Aufstieg in die Rheinlandliga.

Wer erinnert sich nicht gerne daran. Ganz Speicher stand Kopf. Jetzt begann die Zeit der vielen Arbeit. Der Sportplatz wurde so gut es ging instandgesetzt, eine Trainingsleuchte neu beschafft, neue Tore mussten her, ein neuer Zaun und noch vieles mehr. Aber man schaffte es.

 

Gut gerüstet gingen wir in diese Rheinlandrunde.

 

Im ersten Spiel kam die Eintracht 05 Trier und wurde geschlagen. Dann ein Sieg in Engers und wir erwarteten Leiwen. So was hatte Speicher noch nie im Sport erlebt. 4500 Zuschauer sahen diese Spitzenbegegnung und unsere erste Niederlage. Wir mussten zum Schluss der Runde wie so viele Neulinge ins Gras beißen und absteigen.

 

Doch die Mannschaft und Trainer Roepert blieben und wir machten auf Anhieb wieder den Bezirksmeister, also wieder Aufstieg in die Rheinlandliga. Aber auch dieses Mal erging es uns nicht besser. Wir mussten auch beim zweiten Mal den Abstieg in Kauf nehmen.

 

Zwei Jahre spielten wir dann wieder in der Bezirksklasse und hier immer in der Spitzengruppe.

 

1978-1983

 

Den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte errang die erste Mannschaft des SV Speicher ohne Zweifel in der Spielsaison 1978/79.

In wiederrum zwei dramatischen Entscheidungsspielen gegen die Staffelsieger der Staffeln Mitte und Ost, Maischeid und Ahrweiler um den Titel eines Rheinlandbezirksligameisters zu erringen.

Auch diese Hürde schaffte die Speicherer Mannschaft in souveräner Manier.

 

Dem Rheinlandbezirksligameister war in dieser Spielsaison die Möglichkeit geboten, durch Qualifikationsspiele gegen den 6. Der Rheinlandliga, den Aufstieg in die neugegründete Oberliga Südwest zu schaffen.

 

In zwei dramatischen Entscheidungsspielen gegen den SV Leiwen schaffte die Speicherer Mannschaft auch dies!

Somit war der Höhepunkt in der Vereinsgeschichte erreicht.

Unter anderem spielte man in der Oberliga gegen so namhafte Mannschaften wie FK Pirmasens, Röchling, Völklingen, Mainz 05, Südwest Ludwigshafen, um hier nur einige zu nennen. Dieser Sprung war wie konnte es anders ein, doch etwas zu hoch für den SV Speicher und man kam um den Abstieg nicht umhin.

 

So stieg man wieder in die Rheinlandliga, die sich nun Verbandsliga nannte, ab. Hier reichte man in den Spielsaisonen 79/80 und 80/81 sehr gute Mittelfeldplätze.

 

Im dritten Verbandsligajahr (Saison 81/82/ erwischte es die Speicherer Elf dann doch und man musste in den bitteren Apfel des Abstiegs beißen.

 

Jetzt spielte die Elf in der Landesliga (frühere Bezirksklasse). Jedoch sah es auch hier für das Team alles andere als rosig aus und man stieg wieder ab.

 

1983 – 1989

 

In der Bezirksliga West konnte der SV Speicher in den Spielzeiten bis 1988 gute Mittelfeldplätze belegen.

In der Saison 1986/87 war die Mannschaft um Spielertrainer Richard Schneider noch mal nah am Aufstieg in die Landesliga dran. Am Ende belegte der SVS jedoch hinter der SG Weinsheim und dem SV Ehrang mit einem Zähler Rückstand nur den 3.Platz.

Im Spieljahr 1988/89 dann musste der SVS als Drittletzter leider den Abstieg in die

Eifel-Kreisliga A hinnehmen.

 

1989 – 2003

 

Viele Jahre spielte der SV Speicher in der höchsten Eifel-Kreisliga gut mit , zeigte sich als spielstarke Mannschaft und war auch hier wiederum in einiigen Spieljahren nah am Aufstieg dran.

In der Saison 1991/92 scheiterte das Team von Trainer Stefan Schuh als Tabellenzweiter erst nach einer langen Relegationsrunde ganz knapp am Aufstieg.

Auch in der darauffolgenden Saison 1992/93 fehlte mit dem neuen Spielertrainer Hermann-Josef Berscheid nur ein kleiner Schritt zum erhofften Ziel.

In den Jahren 1996 und 1999 konnte der SVS jeweils den Landratspokal des Kreises Eifel gewinnen.

Nach dem Abstieg aus der A-Liga im Jahr 2002 mußte das Team im folgenden Jahr sofort einen weiteren herben Rückschlag verkraften und rutschte in die C-Liga ab !

 

2003 – heute

 

In der C-Liga musste erst ein neues Team aus jungen Spielern aus Speicher gefunden und geformt werden. Das benötigte natürlich etwas Zeit! Doch nach einigen Spielzeiten und zwei knapp verpassten Meisterschaften gelang schließlich in der Saison 2007/08 mit Spielertrainer Uwe Adams der souveräne Meistertitel und die Rückkehr in die B-Liga !

Im Aufstiegsjahr erreichte der SVS direkt einen hervorragenden 3-Platz in der neuen Klasse.

Nach zwei weiteren Spielzeiten , in denen die Mannschaft im Mittelfeld landete, spielte das Team unter Trainer Bernd Körfer im Jahr 2011/12 eine Klasse-Saison und belegte den 2.Tabellenplatz. Leider berechtigte der 2.Platz in diesem Jahr nicht zu Aufstiegsspielen zur A-Liga.

 

In der laufenden Saison 2012/13 startet das Team des SV Speicher den nächsten Anlauf, um das Ziel vom Aufstieg in die Eifel-Kreisliga A zu schaffen !

Hier finden Sie uns:

SV-Speicher 1913 e.V.
Bahnhofstr. 23
54662 Speicher

Telefon: +49 6562/8446

 

Sportplatz Speicher

Am Sportplatz 2

54662 Speicher

 

Telefon: +49 6562/4020

News

Internationale und Nationale News rund um das runde Leder....weiter

Wetter

Besucher

seit dem 01.03.2016: